Es gibt mehrere Arten der Stammzelltherapie, vor allem die hämatopoetische Stammzelltransplantation aus Knochenmark, Blut oder Nabelschnurblut sowie weitere zellbasierte Verfahren mit unterschiedlichen Einsatzgebieten. Am besten belegt ist die Behandlung von Erkrankungen des blutbildenden Systems; andere Anwendungen werden je nach Krankheitsbild und Studienlage geprüft.
Unter Stammzelltherapie versteht man Behandlungen, bei denen Stammzellen eingesetzt werden, um geschädigtes Gewebe zu ersetzen, Blutbildung wiederherzustellen oder körpereigene Reparaturprozesse zu unterstützen. Stammzellen sind besondere Zellen, die sich selbst erneuern und sich in verschiedene Zellarten entwickeln können. Genau deshalb sind sie für die Medizin so wertvoll.
Wichtig ist: Nicht jede Therapie mit Stammzellen ist für jedes Krankheitsbild geeignet. Es gibt etablierte Verfahren mit klaren medizinischen Standards und experimentelle Ansätze, die nur im Rahmen von Studien oder speziellen Indikationen angewendet werden.

Die am besten etablierte Form ist die hämatopoetische Stammzelltransplantation. Dabei werden Stammzellen verwendet, aus denen sich Blutzellen bilden. Diese Therapie kommt vor allem bei Erkrankungen des Blutes und des Knochenmarks zum Einsatz, zum Beispiel bei bestimmten Leukämien, Lymphomen, dem Multiplen Myelom oder schweren Knochenmarkserkrankungen.
Es gibt zwei Hauptformen:
Bei der allogenen Variante kann zusätzlich ein sogenannter Graft-versus-Leukämie-Effekt genutzt werden, bei dem die Spenderzellen verbliebene Krebszellen mitbekämpfen. Gleichzeitig ist diese Form mit besonderen Risiken verbunden, etwa Abstoßungsreaktionen oder einer Graft-versus-Host-Erkrankung.
Stammzellen lassen sich nicht nur aus dem Knochenmark gewinnen, sondern auch aus dem Blutkreislauf. Dafür werden sie häufig mit Medikamenten aus dem Knochenmark ins Blut mobilisiert und anschließend über eine spezielle Blutwäsche gesammelt. Diese Methode ist heute sehr verbreitet, weil sie für viele Patientinnen und Patienten schonender und organisatorisch einfacher sein kann als eine Knochenmarkentnahme.
Periphere Blutstammzellen werden vor allem bei autologen und allogenen Transplantationen verwendet. Die Wahl der Quelle hängt vom Krankheitsbild, vom Spenderprofil und vom geplanten Behandlungsziel ab.
Die Gewinnung aus dem Knochenmark ist die klassische Form der Stammzellentnahme. Dabei werden Stammzellen meist aus dem Beckenknochen entnommen. Das Verfahren erfolgt unter Narkose oder in einer tiefen Sedierung und wird in spezialisierten Zentren durchgeführt.
Knochenmarkstammzellen werden ebenfalls für autologe und allogene Transplantationen genutzt. In bestimmten Situationen kann Knochenmark Vorteile haben, etwa wenn das Risiko bestimmter immunologischer Komplikationen reduziert werden soll. Welche Entnahmequelle sinnvoll ist, entscheidet das Behandlungsteam individuell.
Nabelschnurblut enthält ebenfalls blutbildende Stammzellen. Es wird direkt nach der Geburt aus der Nabelschnur gewonnen und kann eingefroren werden. Diese Form wird vor allem in Transplantationsprogrammen eingesetzt, insbesondere wenn ein passender Spender schwer zu finden ist.
Nabelschnurblut hat den Vorteil, dass die Zellen immunologisch oft weniger streng passend sein müssen als bei anderen Spenderquellen. Gleichzeitig ist die Zellmenge meist geringer, weshalb es besonders bei Kindern eingesetzt wird oder in Kombination mit sorgfältiger Planung im Erwachsenenbereich.
Neben den etablierten Transplantationsverfahren gibt es regenerative Therapien, die Stammzellen oder stammzellähnliche Zellen zur Reparatur von Gewebe nutzen sollen. Diese Verfahren werden zum Beispiel in der Forschung für Gelenkknorpel, Herzgewebe, Nervenerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen untersucht.
Für viele dieser Anwendungen ist die Datenlage jedoch noch begrenzt. Das bedeutet, dass Nutzen, Risiken und Langzeitergebnisse nicht in allen Fällen ausreichend belegt sind. Seriöse Zentren informieren deshalb transparent darüber, ob ein Verfahren Standardtherapie, Studienbehandlung oder experimentell ist.
Die wichtigsten gesicherten Einsatzgebiete liegen in der Behandlung von Erkrankungen des blutbildenden Systems. Dazu zählen unter anderem:
Darüber hinaus wird intensiv geforscht, ob Stammzellen künftig auch bei neurologischen Erkrankungen, Herzschäden, Diabetes, orthopädischen Problemen oder chronischen Wunden helfen können. Für viele dieser Anwendungsfelder gibt es aber noch keine allgemein anerkannte Standardtherapie.
Die Wahl der Stammzelltherapie hängt vor allem von drei Fragen ab: Woher stammen die Zellen, was soll behandelt werden und wie gut ist die medizinische Evidenz? Aus autologem Material entnommene Zellen vermeiden eine Spenderreaktion, eignen sich aber nicht für jede Erkrankung. Allogene Zellen können gesunde neue Blutbildung ermöglichen, erfordern jedoch eine genaue Abstimmung zwischen Spender und Empfänger.
Auch der Zweck der Behandlung ist entscheidend. Bei Blut- und Knochenmarkerkrankungen geht es oft darum, die Blutbildung vollständig neu aufzubauen. In regenerativen Konzepten steht eher die Unterstützung von Heilungsprozessen im Vordergrund. Deshalb sollten Patientinnen und Patienten immer genau fragen, ob eine Therapie etabliert, zugelassen, studienbasiert oder experimentell ist.

Wie jede medizinische Behandlung hat auch die Stammzelltherapie Risiken. Dazu können Infektionen, Blutungsrisiken, Nebenwirkungen der Vorbehandlung, Abstoßungsreaktionen oder andere unerwünschte Immunreaktionen gehören. Bei experimentellen Angeboten sind außerdem Wirksamkeit und Sicherheit nicht immer ausreichend belegt.
Deshalb sollte eine Stammzelltherapie nur nach sorgfältiger ärztlicher Aufklärung und in einem spezialisierten Zentrum erfolgen. Seriöse Behandlungsangebote machen transparent, welche Ziele realistisch sind, welche Nebenwirkungen auftreten können und welche Alternativen bestehen.
Die Stammzelltherapie ist nicht gleich Stammzelltherapie. Am besten etabliert sind hämatopoetische Stammzelltransplantationen aus Knochenmark, peripherem Blut oder Nabelschnurblut. Daneben gibt es regenerative und experimentelle Ansätze, die viel Potenzial haben, aber nicht für alle Erkrankungen als Standard gelten.
Wer eine solche Behandlung in Erwägung zieht, sollte sich in einem spezialisierten Zentrum beraten lassen. Dort lässt sich klären, welche Methode medizinisch sinnvoll ist, welche Risiken bestehen und ob es sich um eine anerkannte Therapie oder um eine studiengestützte Option handelt.
Am besten erforscht ist die hämatopoetische Stammzelltransplantation, vor allem bei Erkrankungen des Blutes und des Knochenmarks.
Sie können aus Knochenmark, peripherem Blut oder Nabelschnurblut stammen. Die Quelle hängt von der Erkrankung und dem Behandlungsziel ab.
Nein. Einige Verfahren sind etablierte Standardtherapien, andere befinden sich noch in der Forschung oder werden nur in Studien eingesetzt.
Mögliche Risiken sind Infektionen, Blutungsrisiken, Nebenwirkungen der Vorbehandlung und bei allogenen Transplantationen immunologische Reaktionen.
Vor allem für Leukämien, Lymphome, Multiples Myelom, aplastische Anämie und bestimmte angeborene Blut- oder Immundefekte.
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