Vor Beginn der Brustkrebsbehandlung sind mehrere Untersuchungen wichtig, um die Tumorart, die Ausbreitung und die biologischen Merkmale des Tumors zu bestimmen. Dazu gehören meist Bildgebung, Gewebeentnahme und Laboruntersuchungen, damit das Behandlungsteam die Therapie individuell planen kann.
Bevor eine Brustkrebsbehandlung startet, muss das Behandlungsteam möglichst genau verstehen, um welche Tumorart es sich handelt, wie weit der Tumor fortgeschritten ist und welche Eigenschaften er hat. Erst diese Informationen ermöglichen eine sinnvolle Therapieplanung. Ziel ist es, die Behandlung auf die individuelle Situation abzustimmen und unnötige oder unpassende Maßnahmen zu vermeiden.
Die Diagnostik beantwortet unter anderem die Fragen: Handelt es sich sicher um Brustkrebs? Ist nur die Brust betroffen oder gibt es Hinweise auf Lymphknoten- oder Organbeteiligung? Reagiert der Tumor auf Hormone? Liegen Merkmale vor, die für eine gezielte Therapie wichtig sind?

Meist beginnt die Abklärung mit einer Mammografie. Sie zeigt verdächtige Veränderungen in der Brust und kann dabei helfen, Größe, Form und Lage eines Befundes besser einzuschätzen. Ergänzend wird häufig eine Ultraschalluntersuchung eingesetzt, vor allem um die Struktur des Herdes und die Achsellymphknoten zu beurteilen.
In manchen Fällen ist zusätzlich eine Magnetresonanztomografie der Brust sinnvoll. Das gilt zum Beispiel bei unklaren Befunden, dichtem Brustgewebe oder wenn vor einer Operation das Ausmaß der Erkrankung genauer beurteilt werden soll. Welche Bildgebung sinnvoll ist, hängt immer von der persönlichen Situation ab.
Die sicherste Methode, Brustkrebs zu bestätigen, ist die histologische Untersuchung von Gewebe. Dafür wird in der Regel eine Biopsie durchgeführt. Dabei entnimmt die Ärztin oder der Arzt mit einer Nadel eine kleine Probe aus dem auffälligen Bereich. Das entnommene Gewebe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht.
Die Biopsie ist besonders wichtig, weil sie nicht nur bestätigt, ob es sich um Krebs handelt, sondern auch zeigt, welche Art von Tumor vorliegt. Diese Information ist entscheidend für die weitere Therapie.
Am Gewebe wird geprüft, ob der Tumor Hormonrezeptoren trägt. Dazu gehören Östrogen- und Progesteronrezeptoren. Außerdem wird untersucht, ob der HER2-Status positiv ist. Diese Merkmale beeinflussen die Wahl der Behandlung erheblich, weil sie Hinweise darauf geben, ob eine antihormonelle Therapie oder eine antikörperbasierte Behandlung sinnvoll sein kann.
Zusätzlich kann der sogenannte Grading-Status bestimmt werden. Er beschreibt, wie stark sich die Tumorzellen von gesundem Gewebe unterscheiden. Je nach Ergebnis kann das Rückschlüsse auf das Verhalten des Tumors zulassen und die Therapieplanung mitprägen.
Ein weiterer zentraler Schritt ist das Staging, also die Einschätzung der Tumorausbreitung. Dabei wird geprüft, wie groß der Tumor ist, ob Lymphknoten betroffen sind und ob es Hinweise auf Metastasen gibt. Nicht jede Patientin und nicht jeder Patient braucht dafür alle denkbaren Untersuchungen. Welche Verfahren nötig sind, richtet sich nach dem Befund und den Beschwerden.
Zur Abklärung können je nach Situation weitere bildgebende Untersuchungen hinzukommen, etwa eine Computertomografie, eine Knochenszintigrafie oder eine Untersuchung des Bauchraums. Ziel ist nicht, möglichst viele Tests zu machen, sondern gezielt nach einer möglichen Ausbreitung zu suchen, wenn dies medizinisch sinnvoll ist.
Vor Therapiebeginn werden häufig Blutuntersuchungen durchgeführt. Sie dienen dazu, den allgemeinen Gesundheitszustand zu beurteilen und die Organfunktionen zu überprüfen. Wichtig sind vor allem Werte, die Hinweise auf die Funktion von Leber, Nieren und Blutbildung geben können. Diese Informationen helfen dabei, die Sicherheit einer geplanten Therapie einzuschätzen.
Wenn eine medikamentöse Behandlung vorgesehen ist, kann das Behandlungsteam außerdem weitere Werte veranlassen, um die Verträglichkeit besser einschätzen zu können. Welche Labortests notwendig sind, hängt von der geplanten Therapie und von möglichen Vorerkrankungen ab.
Bei manchen Betroffenen ist eine genetische Beratung sinnvoll, zum Beispiel wenn Brustkrebs in jungem Alter auftritt, mehrere Familienmitglieder betroffen sind oder bestimmte Tumormerkmale vorliegen. Dabei wird besprochen, ob eine erbliche Veranlagung möglich ist und ob ein Gentest empfohlen wird. Das kann für die Therapie und auch für Angehörige relevant sein.
In bestimmten Situationen kommen zusätzlich molekulare Tests am Tumorgewebe zum Einsatz. Sie helfen dabei, das Rückfallrisiko besser einzuschätzen oder die Wahrscheinlichkeit eines Nutzens einzelner Behandlungen genauer zu beurteilen. Ob solche Tests sinnvoll sind, entscheidet das Behandlungsteam individuell.
Die Ergebnisse der Diagnostik werden idealerweise in einem interdisziplinären Tumorboard besprochen. Dort arbeiten Fachärztinnen und Fachärzte aus Onkologie, Chirurgie, Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie und weiteren Bereichen zusammen. So entsteht ein Therapieplan, der auf Befund, Tumorbiologie und persönlichen Faktoren basiert.
Für Betroffene ist das hilfreich, weil viele Informationen aus verschiedenen Untersuchungen zusammengeführt werden. Dadurch lassen sich häufig Fragen zu Operation, Bestrahlung, Antihormontherapie, Antikörpertherapie oder Chemotherapie besser beantworten.

Eine sorgfältige Diagnostik vor Beginn der Brustkrebsbehandlung ist die Grundlage für jede individuelle Therapieentscheidung. Sie zeigt nicht nur, ob Brustkrebs vorliegt, sondern auch, welche biologischen Eigenschaften der Tumor hat und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Je genauer diese Informationen sind, desto gezielter kann das Behandlungsteam die nächsten Schritte planen.
Eine Biopsie bestätigt die Diagnose sicher und liefert Gewebe für die Untersuchung von Tumorart und biologischen Merkmalen. Diese Informationen sind für die Therapieplanung entscheidend.
Häufig werden Mammografie und Ultraschall eingesetzt. In bestimmten Fällen kann zusätzlich eine MRT sinnvoll sein, wenn der Befund genauer beurteilt werden muss.
HER2 ist ein Merkmal auf Tumorzellen. Ein positiver HER2-Status kann die Wahl einer gezielten Therapie beeinflussen und ist deshalb ein wichtiger Teil der Diagnostik.
Nicht immer in gleichem Umfang. Ob weitere Untersuchungen nötig sind, hängt von Tumorstadium, Beschwerden und Befunden ab.
Ein Tumorboard ist eine gemeinsame Besprechung mehrerer Fachrichtungen. Dort wird auf Basis aller Diagnostik ein individueller Therapieplan empfohlen.
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