Nach einer Brustkrebs-OP hängt die weitere Behandlung vom Tumortyp, dem Rückfallrisiko und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Häufig kommen Bestrahlung, Chemotherapie oder Hormontherapie infrage, manchmal auch Kombinationen davon. Ihr Behandlungsteam erklärt, welche Schritte für Ihre persönliche Situation sinnvoll sind.
Nach einer Operation wegen Brustkrebs ist die Behandlung oft noch nicht abgeschlossen. Welche Therapien danach sinnvoll sind, hängt unter anderem von der Tumorbiologie, dem Operationsbefund und dem individuellen Rückfallrisiko ab. Ziel der sogenannten adjuvanten Therapie ist es, verbliebene Krebszellen zu zerstören und das Risiko eines Rückfalls zu senken.
Auch wenn der Tumor operativ entfernt wurde, können einzelne Krebszellen im umliegenden Gewebe, in der Brust oder im Körper zurückbleiben. Deshalb wird im Tumorboard oder in der onkologischen Sprechstunde besprochen, ob zusätzlich Bestrahlung, Chemotherapie, Hormontherapie oder eine zielgerichtete Therapie empfohlen werden.
Die Entscheidung richtet sich nicht nach einem einzigen Befund. Wichtige Faktoren sind:
Die Strahlentherapie wird häufig nach einer brusterhaltenden Operation empfohlen. Sie kann auch nach einer Mastektomie sinnvoll sein, etwa bei einem höheren Rückfallrisiko oder Lymphknotenbefall. Bestrahlt wird das Operationsgebiet, manchmal zusätzlich die Brustwand oder angrenzende Lymphabflussgebiete.
Vor Beginn erfolgt eine genaue Planung mit Bildgebung und Markierung. Die Behandlung selbst dauert pro Sitzung meist nur wenige Minuten, wird aber über mehrere Wochen in mehreren Terminen durchgeführt. Sie ist nicht schmerzhaft, kann jedoch die Haut reizen und Müdigkeit verursachen.
Pflegehinweise zur Haut, geeignete Kleidung und die Rücksprache bei stärkeren Beschwerden helfen, die Therapie besser zu vertragen.
Eine Chemotherapie wirkt im gesamten Körper und wird eingesetzt, wenn das Rückfallrisiko höher ist oder bestimmte Tumoreigenschaften vorliegen. Sie kann vor der Operation oder nach der Operation gegeben werden; nach der OP spricht man von adjuvanter Chemotherapie.
Ob eine Chemotherapie empfohlen wird, hängt unter anderem davon ab, wie aggressiv der Tumor wirkt und ob Lymphknoten betroffen sind. Bei hormonrezeptorpositiven Tumoren kann auch ein Genexpressionstest helfen, die Entscheidung zu unterstützen, sofern dieser in Ihrer Situation geeignet ist.
Die Medikamente werden in Zyklen gegeben, meist als Infusion, seltener in Tablettenform. Zwischen den Zyklen liegen Erholungsphasen. Vor jeder Gabe prüft das Behandlungsteam oft Blutwerte und den Allgemeinzustand.
Nebenwirkungen lassen sich häufig lindern, zum Beispiel mit begleitenden Medikamenten, Ernährungsberatung oder angepasster Infektprophylaxe. Wichtig ist, Beschwerden früh anzusprechen.

Wenn der Tumor Hormonrezeptoren trägt, kann eine Hormontherapie das Wachstum verbliebener Krebszellen bremsen oder verhindern. Sie ist besonders wichtig bei hormonrezeptorpositivem Brustkrebs und wird meist über mehrere Jahre eingesetzt.
Je nach Situation kommen Medikamente zum Einsatz, die die Wirkung von Östrogen blockieren oder die Hormonproduktion senken. Welche Form geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, ob Sie vor oder nach den Wechseljahren sind.
Die Hormontherapie wird in der Regel als Tablette oder als Spritze verabreicht. Sie ist oft besser verträglich als eine Chemotherapie, kann aber ebenfalls Nebenwirkungen verursachen.
Regelmäßige Kontrollen helfen, die Therapie sicher zu begleiten und früh auf Beschwerden zu reagieren.
Die Reihenfolge der Therapien ist individuell. Manchmal beginnt die Bestrahlung nach abgeschlossener Wundheilung. Chemotherapie und Hormontherapie werden oft in einem festgelegten zeitlichen Abstand zur OP oder zur Bestrahlung geplant. Ihr Team erklärt Ihnen den genauen Ablauf, damit Termine, Erholung und Nachsorge gut organisiert werden können.
Unterstützung durch Psychoonkologie, Physiotherapie, Ernährungsberatung oder Sozialdienst kann ebenfalls hilfreich sein. Eine gute Begleitung verbessert nicht nur die Organisation, sondern auch die Bewältigung des Alltags während der Behandlung.
Melden Sie sich zeitnah bei Fieber, Atemnot, starken Hautreaktionen, anhaltendem Erbrechen, deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands oder neu aufgetretenen starken Schmerzen. Solche Beschwerden sollten immer medizinisch beurteilt werden.
Die Brustkrebsbehandlung nach der OP ist ein wichtiger Teil des Gesamtkonzepts. Welche Therapie oder Kombination für Sie sinnvoll ist, lässt sich nur individuell entscheiden. Wenn Sie die Ziele und Abläufe kennen, können Sie die nächsten Schritte besser mittragen und Fragen gezielt ansprechen.
Weil nach der Operation einzelne Krebszellen zurückbleiben können. Zusätzliche Therapien sollen das Rückfallrisiko senken und eventuell nicht sichtbare Tumorzellen im Körper bekämpfen.
Eine Bestrahlung wird häufig nach einer brusterhaltenden Operation empfohlen. Auch nach einer Mastektomie kann sie sinnvoll sein, wenn das Rückfallrisiko erhöht ist.
Nein. Eine Chemotherapie wird nur empfohlen, wenn sie aufgrund des Tumorprofils und des Rückfallrisikos einen zusätzlichen Nutzen erwarten lässt. Die Entscheidung ist immer individuell.
Das hängt vom Tumortyp und Ihrer Situation ab. Oft wird sie über mehrere Jahre eingesetzt, damit sie das Risiko eines erneuten Wachstums möglichst lange senkt.
Melden Sie Fieber, Atemnot, starke Hautreaktionen, anhaltendes Erbrechen, starke Schmerzen oder eine deutliche Verschlechterung Ihres Zustands umgehend Ihrem Behandlungsteam.
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