Eine Eileiterschwangerschaft ist ein medizinischer Notfall, bei dem sich die Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter einnistet, meist im Eileiter. Typische Warnzeichen sind einseitige Unterbauchschmerzen, Blutungen und Kreislaufbeschwerden; bei starken Schmerzen oder Ohnmacht muss sofort Hilfe gerufen werden.
Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern außerhalb davon ein – am häufigsten im Eileiter. Medizinisch wird dies auch als Extrauteringravidität bezeichnet. Eine solche Schwangerschaft kann sich nicht normal entwickeln und kann den betroffenen Eileiter schädigen oder zum Einreißen bringen. Deshalb ist eine frühe Diagnose besonders wichtig.
Viele Betroffene bemerken zunächst Schwangerschaftsanzeichen wie ausbleibende Periode, Übelkeit oder gespannte Brüste. Die Beschwerden unterscheiden sich anfangs oft nicht eindeutig von einer normalen Frühschwangerschaft. Erst mit der Zeit treten Warnzeichen auf, die ärztlich abgeklärt werden müssen.

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Manche Frauen haben nur leichte Symptome, andere entwickeln innerhalb kurzer Zeit einen Notfall. Besonders aufmerksam sollte man bei folgenden Anzeichen sein:
Schulterschmerzen können ein Hinweis auf freie Flüssigkeit oder Blut im Bauchraum sein. Einseitige Schmerzen sind zwar typisch, aber nicht beweisend. Auch bei unklaren Bauchschmerzen in der Frühschwangerschaft sollte deshalb immer rasch eine gynäkologische Abklärung erfolgen.
Ein Notfall liegt vor, wenn starke Schmerzen, Kreislaufprobleme, Blässe, Herzrasen, Ohnmacht oder Zeichen einer inneren Blutung auftreten. Dann muss sofort der Rettungsdienst verständigt werden. Eine geplatzte Eileiterschwangerschaft kann lebensbedrohlich werden und erfordert rasches Handeln.
Wichtig ist: Warten Sie nicht ab, bis die Beschwerden „von selbst besser werden“. Auch eine scheinbar stabile Situation kann sich schnell verschlechtern. Bei Verdacht auf Eileiterschwangerschaft sollte die Abklärung noch am selben Tag erfolgen.
Die Ärztin oder der Arzt kombiniert mehrere Untersuchungen. Dazu gehören ein Schwangerschaftstest, Blutuntersuchungen und meist ein vaginaler Ultraschall. Dabei wird geprüft, ob sich eine Schwangerschaft in der Gebärmutter zeigt und ob Hinweise auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter bestehen.
In manchen Fällen sind wiederholte Blutwerte notwendig, weil sich das Schwangerschaftshormon hCG nicht wie erwartet entwickelt. Wenn der Befund unklar ist, kann eine engmaschige Kontrolle oder eine stationäre Überwachung erforderlich sein.
Die Behandlung hängt davon ab, wie stabil die Patientin ist, wo sich die Schwangerschaft eingenistet hat und ob bereits eine Blutung besteht. Ziel ist es immer, Komplikationen zu verhindern und die Gesundheit der Patientin zu schützen.
In ausgewählten Fällen kann ein Medikament eingesetzt werden, das das Schwangerschaftsgewebe zum Rückbilden bringt. Diese Option kommt nur infrage, wenn die Eileiterschwangerschaft früh erkannt wurde und keine akute Blutung vorliegt. Danach sind engmaschige Kontrollen nötig, bis das hCG ausreichend gesunken ist.
Wenn starke Beschwerden, eine Blutung oder ein geplatzter Eileiter vorliegen, ist meist eine Operation notwendig. Häufig erfolgt sie minimal-invasiv per Bauchspiegelung. Dabei wird versucht, die Blutung zu stoppen und das betroffene Gewebe zu entfernen. Je nach Befund kann der Eileiter erhalten bleiben oder teilweise beziehungsweise vollständig entfernt werden.
Manchmal ist zunächst nicht eindeutig, ob es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt. Dann werden Beschwerden, Ultraschallbefunde und hCG-Werte engmaschig kontrolliert. Wichtig ist eine verlässliche Nachsorge, damit eine Verschlechterung rechtzeitig erkannt wird.
Viele Frauen können nach einer Eileiterschwangerschaft später erneut schwanger werden. Die Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hängen vor allem davon ab, ob der Eileiter beschädigt wurde, ob nur ein Eileiter betroffen war und ob weitere Risikofaktoren vorliegen. Ein erhaltener Eileiter kann die Chancen auf eine spätere Schwangerschaft verbessern, ist aber keine Garantie.
Das Risiko für eine erneute Eileiterschwangerschaft ist erhöht, insbesondere wenn bereits eine Eileiterschwangerschaft aufgetreten ist oder Vorerkrankungen an den Eileitern bestehen. Deshalb sind frühe Kontrollen in einer Folgeschwangerschaft besonders wichtig. Der behandelnde Arzt oder die Ärztin wird meist früh einen Ultraschall und gegebenenfalls Verlaufskontrollen empfehlen.
Bestimmte Faktoren können die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft erhöhen. Dazu gehören vor allem frühere Entzündungen im Becken, Operationen an den Eileitern, Endometriose, Rauchen und eine bereits durchgemachte Eileiterschwangerschaft. Auch nach Fruchtbarkeitsbehandlungen kann das Risiko erhöht sein.
Wer solche Risikofaktoren kennt, sollte bei einer neuen Schwangerschaft besonders früh gynäkologisch vorstellig werden. Eine frühzeitige Untersuchung kann helfen, die Schwangerschaft korrekt zu lokalisieren und Komplikationen schneller zu erkennen.

Nach der akuten Behandlung sind Nachkontrollen wichtig, um sicherzustellen, dass das Schwangerschaftsgewebe vollständig zurückgegangen ist und keine Blutung oder Infektion besteht. Körperliche Schonung kann in der Erholungsphase sinnvoll sein. Auch die seelische Belastung sollte ernst genommen werden, denn eine Eileiterschwangerschaft ist für viele Betroffene emotional sehr belastend.
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über den richtigen Zeitpunkt für eine erneute Schwangerschaft. Oft ist es sinnvoll, die nächste Schwangerschaft frühzeitig zu überwachen. Zudem kann ein Gespräch über Risikofaktoren, Verhütung bis zur vollständigen Nachsorge und mögliche weitere Schritte entlasten.
Suchen Sie umgehend medizinische Hilfe, wenn Sie in der Frühschwangerschaft starke einseitige Bauchschmerzen, Blutungen, Schwindel, Ohnmacht oder Schulterschmerzen bemerken. Bei Verdacht auf eine geplatzte Eileiterschwangerschaft zählt jede Minute. In einer Notfallsituation ist eine schnelle Vorstellung in einer gynäkologischen oder chirurgischen Klinik entscheidend.
Auch wenn Sie unsicher sind, gilt: Lieber einmal zu früh abklären lassen als zu spät. Eine rasche Diagnose kann schwere Komplikationen verhindern und die beste Behandlung ermöglichen.
In manchen frühen Fällen kann sich das Schwangerschaftsgewebe zurückbilden, aber das muss ärztlich kontrolliert werden. Ohne Überwachung besteht das Risiko einer Blutung oder eines geplatzten Eileiters.
Bei Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft sollte die Abklärung noch am selben Tag erfolgen. Bei starken Schmerzen, Schwindel oder Ohnmacht ist sofort der Notruf zu wählen.
Ja, viele Frauen werden später erneut schwanger. Wie hoch die Chancen sind, hängt unter anderem vom Zustand der Eileiter und von weiteren Risikofaktoren ab.
Nein. Wenn die Eileiterschwangerschaft sehr früh erkannt wird und keine akute Blutung vorliegt, kann in ausgewählten Fällen auch eine medikamentöse Behandlung möglich sein.
Melden Sie sich frühzeitig bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen. Ein früher Ultraschall und gegebenenfalls hCG-Kontrollen helfen, die Schwangerschaft korrekt einzuordnen.
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