Bei einer Knieprothese ersetzt eine Orthopädin oder ein Orthopäde geschädigte Gelenkflächen durch künstliche Komponenten. Die Operation wird sorgfältig geplant, anschließend beginnt eine frühzeitige Mobilisation mit Physiotherapie. Risiken wie Infektionen oder Thrombosen sind möglich, lassen sich aber durch Vorsorge und Nachsorge verringern.
Eine Knieprothese ist ein künstlicher Ersatz für verschlissene oder schwer geschädigte Anteile des Kniegelenks. Sie kommt meist bei fortgeschrittener Kniearthrose infrage, wenn Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und der Verlust an Lebensqualität trotz nicht operativer Behandlungen fortbestehen. Zu diesen Behandlungen gehören beispielsweise Bewegungstherapie, Gewichtsmanagement, Schmerzmedikamente, Hilfsmittel oder Injektionen, sofern diese medizinisch geeignet sind.
Ob eine Knieprothese sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Röntgenbild ab. Entscheidend sind unter anderem die Beschwerden im Alltag, die Beweglichkeit, die Stabilität des Kniegelenks, Begleiterkrankungen und persönliche Ziele. Die Entscheidung sollte nach ausführlicher orthopädischer Beratung gemeinsam getroffen werden.

Welche Prothese verwendet wird, richtet sich nach dem Ausmaß und der Lage des Gelenkschadens sowie nach der Bandstabilität.
Die Komponenten bestehen meist aus Metalllegierungen und einem sehr belastbaren Kunststoff. Sie werden je nach Situation mit Knochenzement befestigt oder zementfrei verankert. Das Operationsteam erklärt, welche Versorgung geplant ist und warum.
Vor dem Eingriff erfolgen eine orthopädische Untersuchung, Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls weitere Bildgebung. Dabei werden Beinachse, Gelenkzustand und die passende Prothesengröße geplant. Zusätzlich klärt die Anästhesie ab, welches Narkoseverfahren geeignet ist. Möglich sind eine Vollnarkose, eine Rückenmarksnahe Betäubung oder eine Kombination aus beiden Verfahren.
Wichtig ist eine vollständige Angaben zu Vorerkrankungen, Allergien und allen Medikamenten. Blutverdünnende Mittel, Diabetesmedikamente oder bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können die Planung beeinflussen und dürfen nur nach ärztlicher Anweisung angepasst werden. Bestehende Infektionen, etwa an Zähnen, Haut oder Harnwegen, sollten vor einer geplanten Gelenkoperation ärztlich abgeklärt werden.
Am Operationstag wird das Knie vorbereitet und steril abgedeckt. Die Chirurgin oder der Chirurg setzt einen Schnitt an der Vorderseite des Kniegelenks. Geschädigte Knorpel- und Knochenanteile werden präzise entfernt. Anschließend werden die Knochenflächen so vorbereitet, dass die Prothesenkomponenten stabil sitzen und die Beinachse möglichst korrekt ausgerichtet ist.
Während der Operation prüft das Team die Beweglichkeit, die Bandspannung und die Stabilität des neuen Gelenks. Nach dem Einsetzen der Komponenten wird die Wunde schichtweise verschlossen und verbunden. Je nach Verlauf kann zeitweise eine Drainage verwendet werden. Die Dauer des Eingriffs ist individuell und kann sich bei komplexen Ausgangssituationen verlängern.
Nach der Operation werden Schmerzen, Kreislauf, Durchblutung und Gefühl im Bein engmaschig überwacht. Moderne Schmerzkonzepte kombinieren häufig mehrere Verfahren, damit frühe Bewegung möglichst gut möglich ist. Schmerzen sollten dennoch zeitnah angesprochen werden, da eine passende Behandlung die Mobilisation erleichtern kann.
Eine Knieprothese Operation ist ein häufig durchgeführter Eingriff, bleibt jedoch eine größere Operation. Das individuelle Risiko hängt unter anderem von Alter, Allgemeinzustand, Gewicht, Rauchen, Diabetes, Gefäß- oder Herzerkrankungen, früheren Operationen und der Art der Prothese ab.
Suchen Sie nach der Entlassung umgehend ärztliche Hilfe bei zunehmender Rötung oder Überwärmung der Wunde, Fieber, Flüssigkeitsaustritt, plötzlich stärker werdenden Schmerzen, Atemnot, Brustschmerzen oder einer ausgeprägten Schwellung des Unterschenkels.

Die Rehabilitation beginnt in der Regel bereits kurz nach der Operation. Unter Anleitung der Physiotherapie stehen sicheres Aufstehen, Gehen mit Hilfsmitteln, Bewegungsübungen und die Aktivierung der Muskulatur im Mittelpunkt. Wie schnell Belastung und Bewegungsumfang gesteigert werden, richtet sich nach dem Operationsverlauf und den individuellen Voraussetzungen.
Nach dem Krankenhausaufenthalt folgt häufig eine ambulante oder stationäre Rehabilitation. Dort trainieren Patientinnen und Patienten Beweglichkeit, Kraft, Koordination und alltagsnahe Aktivitäten wie Treppensteigen. Auch der Umgang mit Schmerzen, Schwellung und Belastungssteuerung ist Teil der Reha. Regelmäßige Übungen zu Hause sind wichtig, sollten aber nach dem Plan des Behandlungsteams erfolgen.
Die Erholung verläuft von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Viele Alltagstätigkeiten werden schrittweise wieder möglich, während Kraft, Ausdauer und ein sicheres Bewegungsgefühl länger Zeit benötigen können. Geeignete Sportarten besprechen Sie am besten individuell mit der Orthopädie und Physiotherapie. Häufig werden gelenkschonende Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen oder Wandern empfohlen, sofern medizinisch nichts dagegenspricht.
Das Ziel eines Kniegelenkersatzes ist vor allem, Schmerzen zu verringern, die Gehfähigkeit zu verbessern und die Teilnahme am Alltag zu erleichtern. Eine Prothese ersetzt jedoch kein völlig natürliches Kniegelenk. Manche Menschen bemerken weiterhin gelegentlich ein Spannungsgefühl, Taubheitsbereiche an der Narbe oder Einschränkungen bei tiefem Knien und sehr belastenden Bewegungen.
Eine gute Vorbereitung, die konsequente Rehabilitation und regelmäßige Kontrollen tragen zu einem möglichst guten Ergebnis bei. Bei neuen oder anhaltenden Beschwerden nach einer Knieprothese sollten Sie nicht abwarten, sondern die behandelnde Praxis oder Klinik kontaktieren.
Die Rehabilitationsdauer ist individuell. Die erste Mobilisation beginnt meist kurz nach der Operation, während Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer über Wochen bis Monate weiter aufgebaut werden. Der konkrete Zeitplan richtet sich nach Heilungsverlauf, Ausgangsfitness und Art der beruflichen oder sportlichen Belastung.
Schmerzen und Schwellungen sind nach dem Eingriff erwartbar und werden mit einem individuellen Schmerzkonzept behandelt. Eine gute Schmerzbehandlung unterstützt die frühe Bewegung. Zunehmende oder plötzlich starke Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.
Der Zeitpunkt hängt unter anderem vom operierten Bein, der Beweglichkeit, der Reaktionsfähigkeit, den Schmerzmitteln und der sicheren Kontrolle über das Fahrzeug ab. Fahren Sie erst wieder, wenn das Behandlungsteam zustimmt und Sie eine Notbremsung sicher ausführen könnten.
Die Haltbarkeit hängt von der Prothesenart, Belastung, Knochenqualität, Gewicht, Aktivitätsniveau und weiteren individuellen Faktoren ab. Regelmäßige orthopädische Kontrollen helfen, Veränderungen wie Verschleiß oder Lockerungen frühzeitig zu erkennen.
Treatments are delivered at our JCI-accredited hospitals — Acıbadem International