Kontaktlinsen sollten vor der LASIK pausiert werden, weil sie die Form der Hornhaut vorübergehend verändern können. Erst wenn sich die Hornhaut stabilisiert hat, sind die Messwerte für die Eignungsprüfung und Behandlungsplanung zuverlässig. Die genaue Dauer hängt vor allem vom Linsentyp und Ihren individuellen Befunden ab.
Eine LASIK oder ein vergleichbares Verfahren zur Laser-Sehkorrektur wird individuell anhand detaillierter Messungen geplant. Dazu gehören unter anderem die Hornhautdicke, Hornhautkrümmung, Brechkraft, Pupillengröße und der Tränenfilm. Kontaktlinsen liegen direkt auf dem Auge und können insbesondere die Form der Hornhaut zeitweise beeinflussen. Dadurch können Messwerte anders ausfallen, als sie ohne Linsen wären.
Die Kontaktlinsenpause dient daher nicht dazu, das Auge auf die Behandlung „vorzubereiten“ im Sinne einer Heilung. Ihr wichtigster Zweck ist, der Hornhaut ausreichend Zeit zu geben, ihre natürliche und stabile Form wieder einzunehmen. Nur auf dieser Grundlage kann das Behandlungsteam beurteilen, ob eine Laserbehandlung grundsätzlich geeignet ist und welches Verfahren infrage kommt.
Unpräzise oder instabile Werte können die Beratung erschweren. Sie können dazu führen, dass Untersuchungen wiederholt werden müssen oder dass eine Behandlungsentscheidung zunächst verschoben wird. Deshalb ist es wichtig, die Anweisungen der Augenarztpraxis oder des refraktiv-chirurgischen Zentrums konsequent einzuhalten.

Eine einheitliche Frist für alle Menschen und alle Kontaktlinsen gibt es nicht. Die erforderliche Pause richtet sich nach dem Linsentyp, der Tragedauer, der Stärke der Fehlsichtigkeit, der Hornhauttopografie und den Ergebnissen der Voruntersuchung. Die verbindliche Empfehlung erhalten Sie von Ihrer behandelnden Praxis.
Weiche Kontaktlinsen: Häufig wird eine Pause von etwa ein bis zwei Wochen vor wichtigen Messungen oder der Behandlung empfohlen. Bei bestimmten weichen Linsen, bei langjährigem Tragen oder auffälligen Messwerten kann eine längere Pause sinnvoll sein.
Torische weiche Kontaktlinsen: Diese Linsen korrigieren eine Hornhautverkrümmung. Da auch hier die Hornhautform möglichst stabil gemessen werden muss, kann die Praxis eine längere Tragepause als bei einfachen weichen Linsen vorgeben.
Formstabile beziehungsweise harte Kontaktlinsen: Sie können die Hornhaut meist stärker und länger beeinflussen. Oft ist eine Pause von mehreren Wochen erforderlich. Bei langjährigem oder intensivem Tragen kann die Stabilisierung noch mehr Zeit beanspruchen.
Orthokeratologie-Linsen: Diese speziell geformten Nachtlinsen verändern die Hornhaut gezielt und vorübergehend. Vor einer Eignungsdiagnostik kann daher eine deutlich längere Pause notwendig sein, manchmal über mehrere Wochen hinaus.
Wichtig: Die Frist beginnt in der Regel vor der diagnostischen Voruntersuchung, nicht erst kurz vor dem eigentlichen Lasertag. Wenn die Messungen nach der empfohlenen Pause noch nicht stabil sind, kann das Team zusätzliche Kontrolltermine empfehlen. Das ist ein Zeichen für sorgfältige Planung.
Kontaktlinsen können einen leichten Druck auf die Hornhaut ausüben, den Tränenfilm beeinflussen und die Sauerstoffversorgung der Augenoberfläche verändern. Besonders bei formstabilen Linsen oder Nachtlinsen kann dies die Hornhautkrümmung messbar verändern. Die Auswirkungen sind nicht bei allen Menschen gleich und oft nicht spürbar.
Werden Kontaktlinsen bis kurz vor den Messungen getragen, können die Daten für Hornhauttopografie, Brechkraft oder Laserplanung weniger aussagekräftig sein. In der Folge kann es notwendig werden, die Untersuchung zu wiederholen. In manchen Fällen wird die Behandlung erst dann geplant, wenn mehrere Messungen stabile Ergebnisse zeigen.
Auch trockene, gereizte oder gerötete Augen können die Diagnostik beeinflussen. Kontaktlinsen sind nicht zwangsläufig die einzige Ursache für solche Beschwerden, aber sie können bei empfindlicher Augenoberfläche eine Rolle spielen. Informieren Sie das Behandlungsteam über Beschwerden, frühere Augenoperationen, Allergien, Medikamente und die genaue Art Ihrer Kontaktlinsen.
Vereinbaren Sie den Termin zur Eignungsprüfung erst, wenn Sie die empfohlene Kontaktlinsenpause organisatorisch einhalten können. Viele Menschen benötigen für Arbeit, Sport oder Autofahrten eine Alternative. Eine aktuelle Brille ist während dieser Zeit besonders hilfreich.
Notieren Sie, welche Linsen Sie tragen: weich oder formstabil, Tages-, Monats- oder Nachtlinsen, torisch oder multifokal, sowie Stärke, Zylinder und Tragehäufigkeit. Falls vorhanden, bringen Sie Ihren Kontaktlinsenpass oder die Verpackung mit. Diese Angaben helfen bei der Einschätzung, wie lange die Hornhaut zur Stabilisierung benötigen könnte.
Setzen Sie Kontaktlinsen während der angeordneten Pause nicht für einzelne Anlässe ein, etwa für Sport, ein Treffen oder einen Arbeitstag. Auch kurzes Tragen kann die Vergleichbarkeit der Messungen beeinträchtigen. Wenn Sie versehentlich Linsen getragen haben, teilen Sie dies vor dem Termin offen mit. Die Praxis kann dann entscheiden, ob der Termin dennoch sinnvoll ist oder verschoben werden sollte.
Verwenden Sie Augentropfen, Salben oder Pflegeprodukte nur nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam, insbesondere wenn Sie trockene Augen haben. Konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel werden häufig genutzt, sind aber nicht für jede Situation automatisch passend. Vermeiden Sie es, gerötete oder schmerzende Augen mit frei verkäuflichen „Weißmacher“-Tropfen selbst zu behandeln.

Auch nach einer erfolgreichen Voruntersuchung gelten die individuellen Vorgaben der Praxis. Üblicherweise sollten am Behandlungstag keine Kontaktlinsen getragen werden. Verzichten Sie außerdem auf Augen-Make-up, Creme direkt am Lidrand und stark parfümierte Produkte im Augenbereich, wenn Ihr Zentrum dies empfiehlt. Planen Sie eine Begleitperson oder eine sichere Heimfahrt ein, da die Sehschärfe direkt nach dem Eingriff vorübergehend eingeschränkt sein kann.
Die LASIK-Eignung hängt nicht allein von der Kontaktlinsenpause ab. Faktoren wie Hornhautdicke, Stärke und Stabilität der Fehlsichtigkeit, Augenoberfläche, Alter sowie bestehende Augenerkrankungen werden ebenfalls berücksichtigt. Eine seriöse Beratung erklärt sowohl mögliche Vorteile als auch Grenzen und Risiken des jeweiligen Verfahrens.
Melden Sie sich vor dem Termin, wenn Sie während der Kontaktlinsenpause starke Schmerzen, ausgeprägte Rötung, Lichtempfindlichkeit, Sekret, eine plötzliche Sehverschlechterung oder eine Verletzung am Auge bemerken. Tragen Sie in dieser Situation keine Kontaktlinsen weiter und lassen Sie die Beschwerden zeitnah augenärztlich abklären. Auch bei einer kürzlich aufgetretenen Bindehautentzündung oder einem Herpes am Auge sollte die Praxis informiert werden.
Die wichtigste Regel lautet: Halten Sie sich an den individuell mitgeteilten Zeitraum. Die Pause bei Kontaktlinsen vor LASIK schafft die Grundlage für verlässliche Untersuchungen und eine verantwortungsvolle Entscheidung über die weitere Behandlung.
Ja. Während der Kontaktlinsenpause ist eine Brille in der Regel die geeignete Sehhilfe. Idealerweise verwenden Sie eine aktuelle Brille, damit Sie im Alltag möglichst gut sehen.
Kontaktlinsen können die Hornhautform über das unmittelbare Tragen hinaus beeinflussen. Für die Eignungsprüfung und Laserplanung benötigt das Behandlungsteam stabile Messwerte, weshalb die Pause bereits vor der Voruntersuchung beginnt.
Ja. Auch Tageslinsen sind weiche Kontaktlinsen und können die Messung beeinflussen. Die erforderliche Pause kann jedoch anders sein als bei formstabilen oder Orthokeratologie-Linsen.
Informieren Sie die Praxis möglichst vor Ihrem Termin. Geben Sie an, welche Linsen Sie wie lange getragen haben. Das Team entscheidet, ob die Untersuchung stattfinden kann oder ob eine zusätzliche Pause und neue Messungen nötig sind.
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