Eine Lebertransplantation kann bei Leberkrebs eine Option sein, wenn der Tumor auf die Leber begrenzt ist und bestimmte medizinische Kriterien erfüllt sind. Besonders bei frühem hepatozellulärem Karzinom und gleichzeitig stark geschädigter Leber kann sie sowohl den Tumor als auch die Grunderkrankung behandeln.
Eine Lebertransplantation kann bei Leberkrebs für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine wichtige Behandlungsoption sein. Sie kommt jedoch nicht für alle Betroffenen infrage. Entscheidend sind unter anderem die Art des Tumors, seine Ausdehnung, ob sich der Krebs außerhalb der Leber ausgebreitet hat und wie gut die Leber insgesamt noch arbeitet.
Am häufigsten wird eine Transplantation bei einem hepatozellulären Karzinom, kurz HCC, erwogen. Das ist die häufigste Form des primären Leberkrebses. Eine Transplantation kann besonders dann sinnvoll sein, wenn der Tumor früh entdeckt wurde und auf die Leber begrenzt ist. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Funktion der verbleibenden Leber. Wenn die Leber durch eine Zirrhose oder andere chronische Erkrankungen stark geschädigt ist, kann die Transplantation nicht nur den Krebs entfernen, sondern auch das kranke Organ ersetzen.
Welche Kriterien genau gelten, hängt vom Behandlungszentrum und vom Einzelfall ab. Häufig orientieren sich Ärztinnen und Ärzte an etablierten Tumorgrenzen und bewerten zusätzlich die Leberfunktion sowie mögliche Begleiterkrankungen.

Bei Leberkrebs liegt oft gleichzeitig eine chronische Lebererkrankung vor, zum Beispiel eine Leberzirrhose durch Virushepatitis, Alkohol, Fettlebererkrankung oder andere Ursachen. In solchen Fällen reicht eine reine Tumorentfernung nicht immer aus, weil das übrige Lebergewebe zu geschädigt ist. Eine Transplantation kann dann eine doppelte Wirkung haben: Sie entfernt den Krebs mitsamt der erkrankten Leber und ersetzt das Organ durch eine gesunde Spenderleber.
Ist die Leberfunktion dagegen noch gut und ist der Tumor klein und klar begrenzt, kommen manchmal andere Verfahren infrage, etwa eine Operation mit Teilentfernung der Leber oder lokale Therapien. Welche Behandlung am besten passt, wird in einem spezialisierten Team besprochen.
Eine Lebertransplantation ist nicht sinnvoll, wenn der Krebs bereits gestreut hat oder wenn der Tumor zu weit fortgeschritten ist. Auch eine ausgeprägte Beteiligung größerer Blutgefäße kann gegen das Verfahren sprechen. Zusätzlich prüfen Ärztinnen und Ärzte, ob schwere Begleiterkrankungen, Infektionen oder andere Risiken eine Transplantation zu gefährlich machen.
Vor einer möglichen Aufnahme auf die Warteliste erfolgt eine gründliche Abklärung. Dazu gehören bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT, Blutuntersuchungen und oft auch eine Beurteilung der Leberfunktion. Zusätzlich wird geprüft, ob der Krebs außerhalb der Leber nachweisbar ist und wie das allgemeine Operationsrisiko einzuschätzen ist.
Ein interdisziplinäres Team aus Hepatologie, Onkologie, Chirurgie, Radiologie und Anästhesie bespricht die Ergebnisse. So wird entschieden, ob eine Transplantation, eine andere Operation oder zunächst eine überbrückende Behandlung sinnvoll ist.
Da Spenderorgane nicht sofort verfügbar sind, erhalten manche Patientinnen und Patienten vor der Transplantation eine sogenannte Bridging-Therapie. Ziel ist es, das Tumorwachstum zu kontrollieren, während auf ein Organ gewartet wird. Dazu können lokale Verfahren eingesetzt werden, zum Beispiel eine Ablation oder eine transarterielle Therapie.
In manchen Fällen wird auch eine Downstaging-Behandlung versucht. Dabei wird ein Tumor, der zunächst zu groß oder zu zahlreich erscheint, mit Therapie auf ein akzeptables Ausmaß reduziert. Ob das möglich ist, hängt von der individuellen Situation ab.
Nach einer Lebertransplantation folgt eine lebenslange Nachsorge. Dazu gehören Kontrolluntersuchungen, Bluttests und bildgebende Verfahren, um die Funktion des Transplantats und ein mögliches Wiederauftreten des Krebses zu überwachen. Außerdem müssen Immunsuppressiva eingenommen werden, damit das neue Organ nicht abgestoßen wird.
Diese Medikamente sind wichtig, können aber Nebenwirkungen und ein erhöhtes Infektionsrisiko mit sich bringen. Deshalb ist eine enge ärztliche Begleitung unverzichtbar. Auch die Behandlung der Ursache der Lebererkrankung, etwa einer Hepatitis-Infektion oder einer Fettlebererkrankung, bleibt relevant.

Die Lebertransplantation bietet die Chance, sowohl den Tumor als auch die zugrunde liegende schwere Lebererkrankung zu behandeln. Gleichzeitig ist sie ein großer Eingriff mit begrenzter Verfügbarkeit von Spenderorganen. Deshalb wird sie nur dann empfohlen, wenn der potenzielle Nutzen die Risiken überwiegt und die Kriterien erfüllt sind.
Eine Lebertransplantation bei Leberkrebs kann dann eine Option sein, wenn der Tumor früh erkannt wurde, auf die Leber begrenzt ist und die medizinischen Kriterien erfüllt sind. Besonders wichtig ist sie bei Patientinnen und Patienten mit stark geschädigter Leber, wenn andere Operationen keine gute Lösung bieten. Die Entscheidung sollte immer in einem spezialisierten Zentrum nach sorgfältiger Diagnostik getroffen werden.
Wenn bei Ihnen Leberkrebs festgestellt wurde, sprechen Sie frühzeitig mit einem erfahrenen Leberzentrum. Dort kann Ihr Fall individuell bewertet und die beste Behandlungsstrategie gemeinsam mit Ihnen geplant werden.
Am ehesten kommt sie bei einem frühen hepatozellulären Karzinom infrage, wenn der Tumor auf die Leber begrenzt ist und die medizinischen Kriterien erfüllt sind.
Nein. Eine Transplantation ist nur bei ausgewählten Fällen möglich, zum Beispiel ohne Fernmetastasen und ohne ausgedehnte Tumorausbreitung.
Weil Spenderorgane nicht sofort verfügbar sind. Vorbehandlungen können das Tumorwachstum kontrollieren oder den Tumor in ein transplantierbares Stadium bringen.
Ja. Nach einer Lebertransplantation sind Immunsuppressiva notwendig, damit das neue Organ nicht abgestoßen wird.
Die Entscheidung trifft meist ein spezialisiertes interdisziplinäres Team nach bildgebender Diagnostik, Laborwerten und einer umfassenden klinischen Beurteilung.
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