Vor einer Lebertransplantation wird umfassend geprüft, ob der Eingriff sicher möglich ist und wie gut andere Organe mitarbeiten. Dazu gehören Laboruntersuchungen, Bildgebung, Herz- und Lungenabklärung, Infektionsdiagnostik sowie eine Einschätzung von Lebererkrankung, Tumorstatus und allgemeinem Allgemeinzustand.
Vor einer Lebertransplantation sind viele Untersuchungen notwendig. Sie dienen nicht nur dazu, die Lebererkrankung genau einzuordnen, sondern auch Risiken der Operation zu erkennen, Begleiterkrankungen zu behandeln und die Transplantation bestmöglich zu planen. Die Abklärung ist deshalb mehr als nur ein einzelner Test: Sie ist eine umfassende medizinische Gesamtbewertung.
Eine Lebertransplantation ist ein großer Eingriff mit anschließender lebenslanger Nachsorge. Vor der Operation muss das Behandlungsteam wissen, wie schwer die Lebererkrankung ist, ob Komplikationen vorliegen und ob andere Organe ausreichend leistungsfähig sind. Nur so lässt sich beurteilen, ob eine Transplantation zum aktuellen Zeitpunkt sinnvoll und vertretbar ist.
Außerdem helfen die Untersuchungen dabei, versteckte Infektionen, Herz- oder Lungenerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen oder Tumorbefall frühzeitig zu erkennen. Manche Befunde führen nicht automatisch zum Ausschluss, können aber eine bessere Vorbereitung oder Vorbehandlung erforderlich machen.

Blutuntersuchungen gehören zu den wichtigsten Bausteinen der Vorbereitung. Sie zeigen, wie stark die Leberfunktion eingeschränkt ist und ob andere Organsysteme mitbetroffen sind.
Typischerweise werden unter anderem Leberwerte, Bilirubin, Albumin und die Gerinnung untersucht. Diese Werte geben Hinweise auf die Leistungsfähigkeit der Leber und darauf, wie gut der Körper Blutungen ausgleichen kann. Bei fortgeschrittener Lebererkrankung kann die Gerinnung deutlich gestört sein.
Auch die Nieren werden überprüft, da Leber- und Nierenfunktion eng zusammenhängen. Kreatinin, Harnstoff und Elektrolyte helfen dabei, eine Nierenbeteiligung oder Stoffwechselentgleisungen zu erkennen. Das ist wichtig, weil die Medikamentenplanung nach der Transplantation davon abhängt.
Das Blutbild zeigt, ob eine Blutarmut, ein Mangel an Blutplättchen oder andere Auffälligkeiten vorliegen. Entzündungswerte können auf Infektionen oder entzündliche Prozesse hinweisen. Das Team achtet besonders darauf, ob eine bisher unbemerkte Infektion vorliegt, die vor der Operation behandelt werden muss.
Vor einer Transplantation wird nach Erregern gesucht, die unter Immunsuppression problematisch werden könnten. Dazu gehören je nach Situation Tests auf Hepatitisviren, HIV, Cytomegalievirus und andere relevante Infektionen. Auch Impfstatus und Immunität gegen bestimmte Erreger werden häufig mitgeprüft.
Für die Organvermittlung sind Blutgruppe und weitere immunologische Untersuchungen wichtig. Sie helfen einzuschätzen, wie gut Spenderorgan und Empfänger zusammenpassen. Je nach Zentrum werden zusätzliche Tests zur Antikörperlage durchgeführt, um das Abstoßungsrisiko besser zu beurteilen.
Bildgebende Verfahren liefern wichtige Informationen über Form, Durchblutung und mögliche Raumforderungen. Sie helfen auch dabei, die Operationsplanung sicherer zu machen.
Der Ultraschall ist meist ein erster Schritt. Er zeigt die Leberstruktur, Aszites, Gallenwege und oft auch die Milz. Mit Doppler können Gefäße beurteilt werden, etwa die Pfortader und die Leberarterien. Das ist wichtig, weil Gefäßverhältnisse den Transplantationsverlauf beeinflussen können.
Eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie liefert detailliertere Bilder. Damit lassen sich Tumoren, Gefäßanatomie, anatomische Besonderheiten und mögliche Komplikationen besser erkennen. Bei Leberkrebs ist die exakte Bildgebung entscheidend, um Ausdehnung und Behandlungsstrategie festzulegen.
Je nach Erkrankung werden die Gallenwege genauer beurteilt, zum Beispiel bei Verdacht auf Verengungen oder Entzündungen. Die genaue Darstellung kann für die spätere Operation und die Planung nach der Transplantation relevant sein.
Eine Lebertransplantation betrifft den ganzen Körper. Deshalb wird nicht nur die Leber untersucht, sondern auch Herz, Lunge, Kreislauf und Stoffwechsel.
Ein EKG und häufig auch ein Herzultraschall gehören zur Standardabklärung. Je nach Alter, Beschwerden und Risikofaktoren können weitere kardiologische Tests notwendig sein, zum Beispiel ein Belastungstest oder eine genauere Gefäßdiagnostik. Ziel ist es, eine relevante Herzschwäche oder Durchblutungsstörung zu erkennen.
Die Lunge wird mit Untersuchungen wie einer Spirometrie oder einer Sauerstoffmessung beurteilt. Bei bestimmten Lebererkrankungen kann auch eine spezielle Abklärung der Lungengefäße sinnvoll sein. Das hilft, Atemprobleme oder ein erhöhtes Narkoserisiko früh zu erkennen.
Viele Menschen mit schwerer Lebererkrankung sind mangelernährt oder haben Muskelabbau. Darum werden Gewicht, Ernährungszustand und Leistungsfähigkeit oft mitbewertet. Ein guter Ernährungszustand unterstützt die Erholung nach der Operation, und bei Defiziten kann vorab eine gezielte Ernährungstherapie helfen.
Wenn die Lebertransplantation wegen eines Lebertumors erwogen wird, ist die genaue Beurteilung besonders wichtig. Das Team prüft Lage, Größe und mögliche Ausbreitung des Tumors sowie die Leberfunktion insgesamt. Diese Informationen entscheiden mit darüber, ob eine Transplantation geeignet ist oder ob zunächst andere Behandlungen nötig sind.
Auch während der Wartezeit können Kontrollen erforderlich sein. So lässt sich erkennen, ob sich der Zustand verändert hat und ob die Transplantation weiterhin im geplanten Rahmen bleibt.
Zur Voruntersuchung gehören oft auch Gespräche über Alltag, Unterstützungssystem, Medikamentenverständnis und die Bereitschaft zur Nachsorge. Da nach der Transplantation regelmäßige Kontrollen und eine zuverlässige Medikamenteneinnahme wichtig sind, wird auch geprüft, ob die Rahmenbedingungen dafür passen.

Die Untersuchungen finden meist ambulant oder im Rahmen eines stationären Aufenthalts statt. Nicht alle Tests werden an einem Tag durchgeführt. Häufig arbeitet ein multidisziplinäres Team zusammen, etwa aus Transplantationschirurgie, Hepatologie, Radiologie, Kardiologie, Anästhesie und Ernährungsmedizin.
Vor einer Lebertransplantation ist eine umfassende Untersuchung notwendig, damit das Team die Operation sicher planen und Risiken möglichst gut einschätzen kann. Labor, Bildgebung und die Beurteilung anderer Organe ergeben zusammen ein vollständiges Bild. So wird entschieden, ob und wann die Transplantation sinnvoll ist und welche Vorbereitung noch nötig bleibt.
Das hängt von der Erkrankung und vom Standort des Zentrums ab. Manche Untersuchungen sind an einem Tag möglich, andere erfordern mehrere Termine oder kurze stationäre Abklärungen.
Nicht für alle. Für bestimmte Blutabnahmen oder Bildgebungen kann Nüchternheit sinnvoll sein, andere Tests benötigen keine Vorbereitung. Das Transplantationsteam informiert Sie im Voraus.
Weil der Eingriff den Kreislauf stark belastet und die Narkose sicher geplant werden muss. Herz- und Lungenprobleme können das Risiko erhöhen und müssen daher früh erkannt werden.
Dann wird das Problem je nach Art behandelt, weiter abgeklärt oder in die OP-Planung einbezogen. Nicht jeder Befund verhindert eine Transplantation, kann aber zusätzliche Maßnahmen nötig machen.
Ja, wenn eine Tumorerkrankung als Ursache oder Begleiterkrankung infrage kommt. Bildgebung und weitere Diagnostik sollen Ausdehnung und Eignung für die Transplantation genau beurteilen.
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