Ob Nabelschnurblut oder ein Fremdspender besser geeignet ist, hängt vor allem von Erkrankung, Dringlichkeit, Körpergewicht, HLA-Merkmalen und verfügbaren Spenden ab. Das Transplantationsteam wägt Vorteile und Risiken beider Quellen individuell ab; eine allgemein beste Stammzellquelle gibt es nicht.
Bei einer allogenen Stammzelltransplantation erhält ein Patient blutbildende Stammzellen von einer anderen Person. Diese Behandlung kann bei bestimmten bösartigen Erkrankungen des Blutes und Knochenmarks sowie bei ausgewählten schweren nicht bösartigen Bluterkrankungen eingesetzt werden. Die Stammzellen können von einem passenden Familienmitglied, einem nicht verwandten Fremdspender oder aus einer öffentlichen Nabelschnurblutbank stammen.
Die Frage „Nabelschnurblut oder Fremdspender?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Wahl beeinflusst unter anderem, wie rasch ein Transplantat verfügbar ist, wie gut die Gewebemerkmale zusammenpassen, wie viele Stammzellen übertragen werden können und welche Risiken im weiteren Verlauf zu berücksichtigen sind. Die Entscheidung trifft ein spezialisiertes Transplantationsteam nach einer umfassenden Untersuchung und Beratung.

Nabelschnurblut ist Blut, das nach der Geburt in der Nabelschnur und Plazenta verbleibt. Es enthält blutbildende Stammzellen. Wird es mit Einwilligung der Eltern nach der Geburt gesammelt, getestet, aufbereitet und in einer öffentlichen Bank eingelagert, kann es später für einen passenden Patienten weltweit zur Verfügung stehen.
Für eine Transplantation wird eine bereits eingelagerte Nabelschnurbluteinheit gesucht. Anders als bei einer Lebendspende muss keine Person erneut untersucht, kontaktiert oder für eine Entnahme vorbereitet werden. Das kann bei einer dringlichen Behandlung ein wichtiger organisatorischer Vorteil sein. Nabelschnurblut wird nach dem Auftauen über eine Infusion verabreicht, ähnlich wie eine Bluttransfusion.
Eine Nabelschnurbluteinheit enthält nur eine begrenzte Zahl an Stammzellen. Deshalb ist die verfügbare Zellmenge besonders relevant und muss zum Körpergewicht und zur klinischen Situation des Empfängers passen. Für größere Jugendliche und Erwachsene kann eine einzelne Einheit unter Umständen nicht ausreichend sein. In speziellen Situationen können Transplantationszentren andere Verfahren oder Konzepte prüfen.
Nach einer Nabelschnurbluttransplantation kann es länger dauern, bis sich die Blutbildung erholt. In dieser Zeit können unter anderem Infektionen, Blutungen und die Notwendigkeit von Blutprodukten eine besondere Rolle spielen. Welche Risiken im Einzelfall bestehen, hängt auch von der Grunderkrankung, der Vorbehandlung, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Ein Fremdspender ist eine nicht verwandte Person, deren HLA-Merkmale möglichst gut zu denen des Patienten passen. HLA-Merkmale sind Eigenschaften von Zellen, die für die Immunerkennung wichtig sind. Potenzielle Spender sind in Stammzellspenderregistern registriert. Nach einer Suche wird ein geeigneter Spender zusätzlich ausführlich getestet und medizinisch untersucht.
Die Stammzellen werden meist aus dem Blut gewonnen. Hierfür erhält der Spender an mehreren Tagen ein Medikament, das Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut mobilisiert. Anschließend werden sie über ein spezielles Blutabnahmeverfahren gesammelt. Seltener werden Stammzellen direkt aus dem Knochenmark entnommen. Welche Entnahmemethode gewählt wird, richtet sich nach medizinischen Kriterien und den Standards des Spenderprogramms.
Die Suche, Bestätigung und Organisation einer Fremdspende benötigt Zeit. Selbst wenn ein passender Registereintrag gefunden wird, muss geklärt werden, ob die Person verfügbar und medizinisch geeignet ist. Bei seltenen HLA-Merkmalen oder je nach familiärer Herkunft kann es schwieriger sein, einen gut passenden Spender zu finden. Auch logistische Faktoren können den Ablauf beeinflussen.
Eine enge HLA-Übereinstimmung senkt bestimmte Risiken, schließt Komplikationen aber nicht aus. Eine wichtige mögliche Komplikation ist die Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion. Dabei greifen Immunzellen des Transplantats Gewebe des Empfängers an. Medikamente zur Unterdrückung der Immunreaktion und eine engmaschige Nachsorge gehören daher zu vielen Transplantationsverfahren.
Am Anfang steht die genaue Diagnose. Manche Erkrankungen erfordern eine rasche Transplantation, während in anderen Situationen mehr Zeit für eine umfassende Spendersuche besteht. Das Team berücksichtigt außerdem, wie aktiv die Erkrankung ist, welche Vorbehandlungen erfolgt sind und ob weitere Therapieoptionen bestehen.
Danach werden die HLA-Merkmale des Patienten bestimmt. Wenn möglich, werden zunächst Geschwister und andere geeignete Familienmitglieder untersucht. Parallel oder anschließend kann eine Suche in internationalen Spenderregistern und öffentlichen Nabelschnurblutbanken erfolgen. Das Transplantationszentrum beurteilt nicht nur die Übereinstimmung der HLA-Merkmale, sondern auch Zellzahl, Blutgruppe, Infektionsscreening, Verfügbarkeit und voraussichtliche Bereitstellungszeit.
Auch persönliche Faktoren sind entscheidend: Alter, Körpergewicht, Organfunktion, frühere Infektionen, Schwangerschaften, Antikörper und allgemeiner Gesundheitszustand können die Planung beeinflussen. Bei Kindern kann Nabelschnurblut aufgrund der verfügbaren Zellmenge häufiger eine geeignete Option sein als bei schwereren Erwachsenen. Dennoch gilt: Jede Entscheidung ist individuell und richtet sich nach dem gesamten medizinischen Bild.

Private Nabelschnurblutbanken lagern Blut für die eigene Familie ein. Dies ist nicht dasselbe wie eine öffentliche Spende. Die spätere Verwendung des eigenen Nabelschnurbluts ist bei vielen Erkrankungen begrenzt. Bei genetisch bedingten Erkrankungen oder bei bestimmten Blutkrebserkrankungen können die eigenen Zellen beispielsweise nicht geeignet sein. Familien mit einem bereits erkrankten Kind sollten eine mögliche gezielte Einlagerung oder Spende frühzeitig mit dem behandelnden Spezialteam besprechen.
Eine öffentliche Spende kann anderen Patienten helfen und erweitert den weltweiten Bestand verfügbarer Transplantate. Ob eine Geburtseinrichtung eine öffentliche Nabelschnurblutspende anbietet, ist regional unterschiedlich. Eltern sollten sich rechtzeitig während der Schwangerschaft informieren, wenn sie diese Möglichkeit erwägen.
Eine Stammzelltransplantation ist eine komplexe Behandlung. Holen Sie die Beratung in einem erfahrenen hämatologischen und transplantationsmedizinischen Zentrum ein. Dort können Befunde, Spenderoptionen und persönliche Prioritäten gemeinsam bewertet werden.
Nein. Nabelschnurblut kann bei der HLA-Übereinstimmung in bestimmten Situationen mehr Spielraum bieten, doch Verträglichkeit und Risiken hängen von vielen Faktoren ab. Dazu gehören Zellmenge, Erkrankung, Vorbehandlung, Alter und das konkrete Transplantationsverfahren.
Eine in einer öffentlichen Bank eingelagerte und passende Nabelschnurbluteinheit kann nach Auswahl und erforderlichen Kontrollen bereitgestellt werden. Der genaue Zeitraum hängt von den organisatorischen Abläufen, den Tests und dem Behandlungsplan des Transplantationszentrums ab.
Das ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber häufig nicht die bevorzugte Option. Bei manchen Leukämien können Vorläuferzellen der Erkrankung bereits im eigenen Nabelschnurblut vorhanden sein. Die Eignung muss immer durch ein spezialisiertes Behandlungsteam geprüft werden.
Das Transplantationszentrum prüft weitere Möglichkeiten. Dazu können Nabelschnurblut, teilweise passende verwandte Spender oder andere Transplantationsstrategien gehören. Welche Option geeignet ist, richtet sich nach der Erkrankung und den individuellen medizinischen Voraussetzungen.
Treatments are delivered at our JCI-accredited hospitals — Acıbadem International