Beim Schultergelenk ersetzen kommen vor allem anatomische und inverse Schulterprothesen zum Einsatz. Welche Variante geeignet ist, hängt von der Ursache des Schadens, der Qualität der Rotatorenmanschette und der Knochenstruktur ab. Die Operation kann je nach Befund offen oder minimalinvasiv geplant werden.
Wenn das Schultergelenk stark verschlissen, verletzt oder entzündet ist, kann ein Gelenkersatz Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Dabei gibt es nicht nur „die eine“ Schulterprothese, sondern unterschiedliche Implantate und Operationstechniken, die je nach Ausgangsbefund eingesetzt werden. Die Wahl richtet sich nach der Gelenkanatomie, der Sehnenfunktion, dem Knochenangebot und dem Behandlungsziel.
Ein Schultergelenkersatz wird in der Regel dann erwogen, wenn konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerztherapie, Injektionen oder Aktivitätsanpassung nicht mehr ausreichend helfen. Häufige Ursachen sind Arthrose, entzündlich-rheumatische Gelenkschäden, komplizierte Frakturen, Folgen von Schulterverrenkungen oder ein irreparabler Sehnenriss der Rotatorenmanschette.
Vor der Operation werden Beschwerden, Beweglichkeit, Röntgenbilder und oft auch eine CT- oder MRT-Untersuchung beurteilt. So lässt sich besser planen, welches Implantat technisch passend und funktionell sinnvoll ist.

Die anatomische Schulterprothese orientiert sich an der natürlichen Form des Schultergelenks. Der kugelförmige Teil wird auf den Oberarmknochen gesetzt, die Gelenkpfanne wird ersetzt oder überkront. Diese Variante ist vor allem dann geeignet, wenn die Rotatorenmanschette intakt oder gut funktionstüchtig ist. Sie kommt häufig bei Arthrose zum Einsatz, wenn die Gelenkstruktur noch weitgehend erhalten und die Muskulatur ausreichend stabil ist.
Bei der inversen Schulterprothese werden Kugel und Pfanne in ihrer Position umgekehrt. Dadurch übernimmt der Deltamuskel einen größeren Teil der Hebefunktion des Arms. Diese Prothese wird oft gewählt, wenn die Rotatorenmanschette geschädigt oder nicht mehr reparabel ist, etwa bei komplexer Omarthrose mit Sehneninsuffizienz oder nach bestimmten Frakturen. Sie kann Schmerzen lindern und eine alltagsnahe Armhebung ermöglichen.
In ausgewählten Fällen kann nur ein Teil des Gelenks ersetzt werden. Eine Hemiarthroplastik ersetzt vor allem den Oberarmkopf, wenn die Pfanne noch geeignet ist. Beim Oberflächenersatz wird die Knochenform weitgehend erhalten und nur die Gelenkoberfläche überkront. Solche Verfahren kommen seltener vor und müssen sehr genau auf den individuellen Befund abgestimmt werden.
Wenn eine ältere Prothese gewechselt werden muss, etwa wegen Lockerung, Infektion oder Verschleiß, kommen Revisionsimplantate zum Einsatz. Diese Systeme sind oft modular aufgebaut, damit Knochenverlust und veränderte Anatomie berücksichtigt werden können. Eine Wechseloperation ist technisch anspruchsvoller als der erste Gelenkersatz.
Der Schultergelenkersatz wird meist offen über einen Hautschnitt am vorderen oder oberen Schulterbereich durchgeführt. Dabei erhält der Operateur direkten Zugang zu Knochen, Gelenk und Weichteilen. Diese Technik ist Standard, weil sie eine präzise Implantatposition und sichere Beurteilung der Gelenkstrukturen ermöglicht.
In manchen Kliniken werden gewebeschonende Zugänge genutzt, um Muskeln und Weichteile möglichst wenig zu belasten. Das bedeutet nicht automatisch eine kürzere Behandlung für alle Patientinnen und Patienten, kann aber je nach Befund Vorteile bei der Schonung von Strukturen haben. Ob ein solcher Zugang möglich ist, hängt von der Schulterform, der Prothesenart und der Erfahrung des Operationsteams ab.
Die inverse Schulterprothese erfordert eine besonders sorgfältige Planung, da Gelenkzentrum, Muskelspannung und Pfannenposition genau abgestimmt werden müssen. Häufig wird die Pfanne am Schulterblatt mit Schrauben verankert, während der Oberarmanteil speziell angepasst wird. Ziel ist eine stabile Konstruktion mit möglichst gutem Hebel für den Deltamuskel.
Moderne Bildgebung kann helfen, die Implantatgröße und -position vorab zu planen. In bestimmten Fällen kommen computergestützte Systeme oder patientenspezifische Instrumente zum Einsatz. Sie unterstützen die präzise Ausrichtung, ersetzen aber nicht die operative Erfahrung.
Die Entscheidung für ein Implantat und eine OP-Technik ist individuell. Entscheidend sind unter anderem:
Bei intakter Sehnenfunktion wird häufiger eine anatomische Prothese bevorzugt. Ist die Rotatorenmanschette stark geschädigt, ist die inverse Prothese oft die passendere Lösung. Bei komplexen Voroperationen kann ein Revisionssystem nötig sein.
Ein Schultergelenkersatz kann Schmerzen deutlich verringern und den Alltag erleichtern. Trotzdem ersetzt eine Prothese kein gesundes Gelenk. Die Beweglichkeit bleibt je nach Ausgangssituation, Implantat und Muskelzustand unterschiedlich. Auch das Tragen schwerer Lasten oder bestimmte Sportarten können später eingeschränkt sein.
Zu den möglichen Risiken gehören Infektionen, Blutergüsse, Nervenreizungen, Schultersteife, Prothesenlockerung oder eine nicht optimale Funktion. Welche Risiken im Einzelfall relevant sind, bespricht das Behandlungsteam vor der Operation ausführlich.

Nach dem Eingriff folgen meist Schmerztherapie, frühe Mobilisation und eine gezielte Physiotherapie. Der Arm wird häufig zunächst mit einer Schlinge geschützt. Die Belastung wird schrittweise gesteigert, damit das Implantat einheilen und die Muskulatur sich anpassen kann. Die Reha ist ein wichtiger Teil des Behandlungserfolgs und wird an Implantattyp und OP-Befund angepasst.
Beim Schultergelenk ersetzen stehen verschiedene Implantate und OP-Techniken zur Verfügung. Anatomische und inverse Schulterprothesen sind die wichtigsten Verfahren, ergänzt durch Teilprothesen, Oberflächenersatz und Revisionsimplantate. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vor allem von Sehnenfunktion, Knochenqualität und dem individuellen Beschwerdebild ab.
Das hängt vom Zustand der Rotatorenmanschette, der Knochenqualität und der Gelenkschädigung ab. Es gibt keine für alle passende Prothese.
Sie wird häufig gewählt, wenn die Rotatorenmanschette stark geschädigt oder nicht reparabel ist, etwa bei bestimmten Arthroseformen oder nach Frakturen.
Meist ja. Der Schultergelenkersatz wird in der Regel offen durchgeführt, teils über gewebeschonende Zugänge. Die genaue Technik hängt von Befund und Implantat ab.
Die Haltbarkeit ist individuell und hängt von Implantat, Belastung, Knochenqualität und Nachbehandlung ab. Eine exakte Vorhersage ist nicht möglich.
Oft sind alltagsnahe Aktivitäten und leichte Sportarten möglich. Welche Belastungen sinnvoll sind, bespricht das Behandlungsteam abhängig von Heilung und Prothesentyp.
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