Ob eine Teilprothese oder Vollprothese bei Arthrose besser ist, hängt vor allem davon ab, wie weit das Gelenk geschädigt ist. Eine Teilprothese kommt infrage, wenn nur ein Gelenkanteil betroffen ist und die übrigen Strukturen gut erhalten sind. Ist der Schaden umfassender, ist meist eine Vollprothese die passendere Lösung.
Bei fortgeschrittener Arthrose kann eine Operation helfen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Häufig stehen dabei zwei Optionen im Raum: Teilprothese oder Vollprothese. Welche Lösung besser ist, hängt nicht nur vom Gelenk selbst ab, sondern auch davon, wie stark die Arthrose ausgeprägt ist, welche Beschwerden vorliegen und wie stabil die umliegenden Strukturen noch sind.
Wichtig ist: Es gibt nicht die eine Prothese, die für alle Betroffenen am besten ist. Die Entscheidung wird individuell getroffen – meist nach Untersuchung, Röntgen oder weiteren bildgebenden Verfahren und einem ausführlichen Gespräch mit der Orthopädin oder dem Orthopäden.
Eine Teilprothese ersetzt nur den geschädigten Abschnitt eines Gelenks. Das ist dann sinnvoll, wenn die Arthrose auf einen klar abgegrenzten Bereich begrenzt ist und andere Gelenkanteile noch gut funktionieren. Ziel ist es, möglichst viel körpereigenes Gewebe zu erhalten.
Typische Vorteile einer Teilprothese sind:
Eine Teilprothese ist aber nur dann geeignet, wenn die Voraussetzungen stimmen. Sind mehrere Gelenkabschnitte betroffen oder ist das Gelenk insgesamt instabil, reicht eine Teilprothese meist nicht aus.

Eine Vollprothese ersetzt das gesamte Gelenk oder den wesentlichen Gelenkaufbau. Sie kommt häufig dann zum Einsatz, wenn die Arthrose weit fortgeschritten ist und mehrere Bereiche des Gelenks betroffen sind. Auch starke Fehlstellungen, deutliche Instabilität oder begleitende Schäden an Knorpel und Knochen können für eine Vollprothese sprechen.
Vorteile einer Vollprothese können sein:
Eine Vollprothese ist allerdings ein größerer Eingriff. Deshalb wird sorgfältig geprüft, ob sie wirklich notwendig und die beste Lösung ist.
Die Frage „Teilprothese oder Vollprothese?“ lässt sich nur mit Blick auf das betroffene Gelenk beantworten. Entscheidend sind unter anderem:
Auch persönliche Ziele spielen eine Rolle. Manche Menschen möchten vor allem wieder schmerzärmer gehen können. Andere wünschen sich mehr Beweglichkeit für Alltag, Beruf oder Sport. Diese Erwartungen sollten realistisch besprochen werden.
Eine Teilprothese kann sinnvoll sein, wenn die Arthrose nur einen Gelenkabschnitt betrifft und die restlichen Bereiche noch gut erhalten sind. Das ist besonders dann interessant, wenn die natürliche Gelenkfunktion möglichst bewahrt werden soll.
Eher günstig für eine Teilprothese sind:
Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, steigt das Risiko, dass eine Teilprothese später nicht ausreicht oder erneut operiert werden muss.
Eine Vollprothese ist häufig die passendere Wahl, wenn die Arthrose fortgeschritten und großflächig ist. Das gilt auch, wenn mehrere Gelenkanteile gleichzeitig betroffen sind oder wenn zusätzlich starke Formveränderungen bestehen.
Für eine Vollprothese sprechen oft:
Die Vollprothese wird deshalb oft dann gewählt, wenn eine Teilprothese das Problem nicht ausreichend lösen könnte.
Früher wurde die Art der Prothese oft stark am Alter festgemacht. Heute zählt vor allem der individuelle Befund. Auch jüngere Menschen können eine Prothese brauchen, wenn die Arthrose fortgeschritten ist. Umgekehrt kann bei älteren Menschen eine Teilprothese sinnvoll sein, wenn das Gelenk dafür geeignet ist.
Ebenso wichtig ist das Aktivitätsniveau. Wer körperlich viel leisten möchte, braucht eine Lösung, die zum Belastungsprofil passt. Dabei geht es nicht um ein „besser“ oder „schlechter“, sondern darum, die Prothese möglichst passend zum Gelenk und zum Alltag auszuwählen.

Vor einer Operation erfolgt meist eine gründliche Diagnostik. Dazu gehören das Gespräch über Beschwerden, die körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren. Anschließend werden die Ergebnisse gemeinsam besprochen.
Hilfreiche Fragen an das Behandlungsteam sind:
Eine gute Entscheidung entsteht aus medizinischen Befunden und Ihren persönlichen Zielen.
Bei Arthrose ist weder die Teilprothese noch die Vollprothese grundsätzlich besser. Die bessere Lösung ist die, die zum Zustand des Gelenks passt. Eine Teilprothese kann sinnvoll sein, wenn nur ein Gelenkanteil geschädigt ist und die übrigen Strukturen stabil bleiben. Eine Vollprothese ist meist dann die bessere Wahl, wenn die Arthrose umfassend ist oder das Gelenk insgesamt stark beeinträchtigt ist.
Lassen Sie sich deshalb individuell beraten. So kann gemeinsam die Prothese gewählt werden, die medizinisch am besten zu Ihrem Gelenk und zu Ihren Bedürfnissen passt.
Nicht unbedingt. Eine Teilprothese ist nur dann sinnvoll, wenn die Arthrose auf einen klar begrenzten Bereich beschränkt ist und die übrigen Gelenkanteile stabil sind.
Meist dann, wenn mehrere Gelenkanteile betroffen sind, die Arthrose weit fortgeschritten ist oder Fehlstellungen und Instabilität vorliegen.
Ja, das ist möglich. Wenn sich die Arthrose in anderen Gelenkanteilen weiterentwickelt oder die Teilprothese nicht mehr ausreicht, kann ein Wechsel nötig werden.
Das Alter allein ist nicht entscheidend. Wichtiger sind der Zustand des Gelenks, die Stabilität, die Fehlstellung und Ihre persönlichen Anforderungen.
Am besten nach einer orthopädischen Untersuchung mit Bildgebung und ausführlicher Beratung. So lässt sich die passende Lösung individuell festlegen.
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