Eine Nierentransplantation ist eine Operation, bei der eine Spenderniere in den Unterbauch eingesetzt wird, meist ohne die kranken Eigennieren zu entfernen. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert je nach Situation mehrere Stunden, weil Gefäße und Harnleiter sorgfältig angeschlossen werden müssen.
Eine Nierentransplantation ist für viele Menschen mit terminaler Niereninsuffizienz die wichtigste Behandlungsoption, wenn eine Dialyse nicht mehr die gewünschte Lebensqualität ermöglicht oder eine Transplantation medizinisch sinnvoll ist. Bei dem Eingriff wird eine gespendete Niere im Körper des Empfängers eingesetzt und an Blutgefäße sowie die Harnblase angeschlossen. Ziel ist, die Nierenfunktion zu ersetzen und die Ausscheidung von Wasser, Salz und Stoffwechselprodukten wieder zu ermöglichen.
Der Ablauf einer Nierentransplantation wirkt für Betroffene oft komplex. Deshalb ist es hilfreich zu verstehen, wie die Operation technisch durchgeführt wird, welche Form der Anästhesie eingesetzt wird und warum die Dauer von Patient zu Patient unterschiedlich ist.
Bei der Nierentransplantation wird in der Regel eine gesunde Spenderniere in den rechten oder linken Unterbauch eingesetzt. Meist bleibt die erkrankte eigene Niere im Körper, es sei denn, es gibt einen besonderen medizinischen Grund für ihre Entfernung. Die neue Niere wird so platziert, dass sie gut mit Blut versorgt werden kann und der Urin direkt in die Blase abfließt.
Wichtig ist: Die transplantierte Niere wird nicht „an die alte Niere angeschlossen“, sondern eigenständig versorgt. Das Operationsteam verbindet sie mit großen Blutgefäßen im Becken und stellt dann die Verbindung zum Harnleiter her. Dadurch übernimmt die Spenderniere ihre Funktion im neuen Organismus.
Vor dem Eingriff werden Identität, Blutgruppe, Gewebeverträglichkeit und die passende Spenderniere erneut überprüft. Das Team bereitet den Unterbauch steril vor, legt Zugänge für Medikamente und Flüssigkeit und überwacht Herz-Kreislauf-Funktion sowie Sauerstoffsättigung. Häufig werden zusätzlich Katheter eingesetzt, um während und nach der Operation Urin und Flüssigkeit genau kontrollieren zu können.
Der Chirurg eröffnet den Unterbauch meist über einen schrägen oder längs verlaufenden Schnitt im Bereich der Leiste bzw. des Beckens. Dieser Zugang ermöglicht den Weg zu den Beckengefäßen, die für den Anschluss der neuen Niere geeignet sind. Danach wird die Spenderniere vorsichtig in die vorbereitete Tasche im Unterbauch eingelegt.
Im nächsten Schritt werden die Blutgefäße der Spenderniere mit den großen Beckengefäßen des Empfängers verbunden. Zunächst erfolgt die Anschlusstechnik an die Vene, dann an die Arterie oder in umgekehrter Reihenfolge, je nach operativer Routine und anatomischer Situation. Diese mikrotechnisch präzise Arbeit ist entscheidend, damit die Niere sofort oder zeitnah mit Blut versorgt wird.
Sobald die Gefäße verbunden sind und der Blutfluss wieder einsetzt, prüft das Team sorgfältig, ob die Niere gut durchblutet ist und auf die neuen Bedingungen anspricht. In manchen Fällen beginnt die Niere erst verzögert mit ihrer Funktion, was nicht ungewöhnlich sein muss und engmaschig überwacht wird.
Der Harnleiter der Spenderniere wird anschließend in die Harnblase eingenäht. So kann der von der neuen Niere gebildete Urin regulär abfließen. Damit die Naht geschützt wird, wird häufig vorübergehend ein kleiner Schienenkatheter im Harnleiter belassen. Dieser wird nach ärztlicher Entscheidung später entfernt.
Nach dem Anschluss aller Strukturen kontrolliert das Team Blutstillung, Durchblutung und Dichtigkeit der Verbindungen. Anschließend wird die Operationswunde schichtweise verschlossen. Nach dem Eingriff folgt die Überwachung auf einer spezialisierten Station oder auf der Intensivstation, je nach Krankheitsbild und Verlauf.
Eine Nierentransplantation wird fast immer in Vollnarkose durchgeführt. Das bedeutet, dass Sie während des gesamten Eingriffs schlafen, keine Schmerzen verspüren und nichts von der Operation mitbekommen. Die Anästhesie wird individuell geplant, da viele Betroffene Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Dialysefolgen mitbringen.
Vor der Operation führt das Anästhesieteam ein ausführliches Gespräch, klärt über Risiken auf und bespricht Medikamente, Allergien sowie Vorerkrankungen. Während der Narkose werden Atmung, Kreislauf, Temperatur und Flüssigkeitshaushalt eng überwacht. Nach dem Eingriff wird die Narkose kontrolliert beendet, und Sie werden in den Aufwachraum oder auf eine Überwachungsstation gebracht.
Je nach Situation können zusätzlich Schmerzmittel und Medikamente zur Kreislaufstabilisierung eingesetzt werden. Ziel ist eine möglichst sichere Narkoseführung und eine gute Schmerztherapie nach der Operation.

Die Dauer einer Nierentransplantation kann variieren. Sie hängt unter anderem von der Anatomie, Voroperationen, Gefäßverhältnissen, der Erfahrung des OP-Teams und davon ab, ob es sich um eine Lebendspende oder eine postmortale Spende handelt. Auch zusätzliche Schritte wie Verwachsungen lösen oder besondere Blutgefäßverhältnisse können den Eingriff verlängern.
Für Patientinnen und Patienten ist wichtig zu wissen: Nicht nur die eigentliche Nahttechnik zählt, sondern auch die sorgfältige Vorbereitung, der sterile Aufbau, die Funktionsprüfung der Spenderniere und das sichere Beenden der Operation. Daher kann der gesamte Aufenthalt im OP deutlich länger sein als die reine chirurgische Kernzeit.
Nach der Nierentransplantation wird die Urinproduktion genau beobachtet, weil sie ein wichtiger Hinweis auf die Funktion der transplantierten Niere ist. Außerdem werden Blutwerte kontrolliert, um die Nierenleistung, Elektrolyte und mögliche frühe Komplikationen zu beurteilen. Viele Patientinnen und Patienten erhalten Immunsuppressiva, damit das körpereigene Abwehrsystem die neue Niere nicht abstößt.
Zu den typischen Maßnahmen in den ersten Tagen gehören:
Wie bei jeder größeren Operation gibt es auch bei der Nierentransplantation Risiken, etwa Blutungen, Infektionen, Thrombosen, Probleme an den Gefäß- oder Harnleiternahtstellen und eine verzögerte Funktion der Spenderniere. Zusätzlich ist die lebenslange Immunsuppression wichtig, kann aber Nebenwirkungen haben und erfordert regelmäßige Nachsorge.
Die genaue OP-Technik und die Nachbehandlung richten sich immer nach der individuellen Situation. Deshalb werden vor einer Transplantation alle Schritte in einem spezialisierten Zentrum ausführlich besprochen.
Eine Nierentransplantation ist ein präzise geplanter Eingriff, bei dem die Spenderniere im Unterbauch eingesetzt, an Blutgefäße angeschlossen und mit der Harnblase verbunden wird. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert je nach Ausgangslage unterschiedlich lange. Entscheidend sind die sorgfältige chirurgische Technik, die engmaschige Überwachung und die konsequente Nachsorge, damit die neue Niere bestmöglich arbeiten kann.
Meist bleibt die eigene Niere im Körper. Sie wird nur entfernt, wenn dafür ein spezieller medizinischer Grund besteht, etwa wiederkehrende Infektionen oder Platzprobleme.
Nein. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, sodass Sie schlafen und keine Schmerzen während der Operation spüren.
Die Spenderniere wird in der Regel im Unterbauch im Bereich des Beckens eingesetzt und dort an die großen Blutgefäße angeschlossen.
Die Dauer hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Anatomie, möglichen Voroperationen und der genauen Gefäß- und Harnleiterverbindung. Auch die Vorbereitung und Überprüfung gehören dazu.
Manchmal setzt die Funktion sofort ein, manchmal verzögert. Das ärztliche Team überwacht dies engmaschig und beurteilt die Entwicklung anhand von Urinmenge und Laborwerten.
Treatments are delivered at our JCI-accredited hospitals — Acıbadem International